Das deutsche Team 2012

Das deutsche Team auf dem World Magic Cup repräsentieren – welcher Spieler würde sich nicht riesig über diese Ehre freuen? um einen der begehrten vier Plätze im Team kämpfen heute 94 Spieler. Drei davon wissen schon, was sie bei einem Sieg erwarten würde. Beim WMCQ heute mischen drei Viertel des letztjährigen Teams – Kristof Diehl, Bernd Brendemühl und Anton Karlinski – fleißig mit. Nur David Gruia ist daheim geblieben. Über ihre Erfahrung beim ersten World Magic Cup letztes Jahr in Indianapolis haben sie kurz mit mir gesprochen.

Nachdem das Team feststand (Bernd war der Propunkteführer und somit Teampkapitän dieses Jahres, die anderen qualifizierten sich über WMCQs), musste man einen Weg finden, die über ganz Deutschland verteilte Gruppe zum Testen zusammenzuführen – Bernd kommt nämlich aus Dortmund, Kristof aus Berlin, Anton aus München und David aus Karlsruhe. Als zentraler Ort wurde Frankfurt gewählt, wo die vier sich ein Wochenende lang in ein Hotel einmieteten und Karten um die Ohren schmissen. Also konstruktiv, nicht aus Ärger. Die Teamchemie stellte sich nämlich als ziemlich harmonisch heraus. „Wir hatten Glück, dass wir vier alle sehr gut miteinander auskamen“, stellt Anton fest. Bernd stimmt dem zu: „Ja, das einzige Problem war meine Hotelwahl: Ich habe uns aus Versehen ins Frankfurter Bahnhofsviertel, das auch ein bekannter Rotlichtbezirk ist, eingemietet.“ Das Wochenende war zwar das einzige große Treffen vor dem World Magic Cup, aber in Zeiten der digitalen Kommunikation flogen Decklisten und Testberichte durch den Äther.

WMC Team
Von links nach rechts: Kristof Diehl, Bernd Brendemühl, Anton Karlinski

Die Reise nach Indianopolis war dann gelinde gesagt abenteuerlich. Ich weiß nicht, ob ihr die Story vom japanischen Team kennt, das sich ein Taxi mieten musste, um die 900 Kilometer, die zwischen dem Turnierort und dem Flughafen, auf dem sie feststeckten, zu überbrücken. Die Deutschen sind dieser Misere knapp entkommen. Sie verpassten ebenfalls ihren Anschlussflug in Charlotte aufgrund Zollschikanen. Anton wartete schon im Hotel, aber die anderen drei mussten für einen Platz in einem anderen Flugzeug quasi Strohhalme ziehen. „David und ich sind dann wirklich alle Airlines abgeklappert und wurden überall abgewiesen bis wir einen Flieger gefunden hatten, der noch zur Hälfte frei war – irre!“, erzählt Kristof. Man merkt den Dreien an, wie solche Roadtrips zusammenschweißen.

Das Turnier selbst war ebenfalls ein einzigartiges Erlebnis. zwar schnitt unser Team nicht ganz so gut ab, aber die Atmosphäre auf der GenCon, einer der größten Spielemessen der Welt und Nerdmekka war mehr als genug, um das Teamerlebnis in höchsten Tönen loben können. Ihr hört: Es lohnt sich, die nötigen Planeswalkerpunkte für WMCQs zu sammeln. Ihr könnt euch Tür und Tor zu tollen Trips öffnen!

Bernd hat übrigens immer noch die Chance, sich über seinen Prostatus für den World Magic Cup zu qualifizieren. Zwar führt gerade Jonas Köstler mit 16 Punkten, aber ein gutes Ergebnis auf der Pro Tour Dragon’s Maze kann noch alles drehen. „Ich respektiere aber, dass Jonas in etwa den selben Vorsprung hat, der für mich letztes Jahr locker gereicht hat. Die Chance nutzen will allerdings allemal.“

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